Cara



Cara kam im Juli 2012 von einer Pflegestelle aus Goch (Tierhilfe Oberraden) zu uns. Ursprünglich stammt sie aus „Smeura“ – dem größten Tierheim der Welt in Rumänien. Sie ist (laut Angabe) im September 2009 geboren – voraussichtlich ist sie aber älter als angegeben.Wie viele Tierschutzhunde hat auch Cara ihre Zeit nicht sonderlich gut verbracht und kam als verstörter Angsthund zu uns.

Sie hatte wirklich vor allem und jedem angst. Wollte keine Treppen laufen, hatte angst vor fremden Menschen, fremden Hunden, lauten Geräuschen usw. Das Zusammenleben machte definitiv keinen Spaß mit ihr. Ich habe viele Tage und nächte auf der Couch geweint – doch dieser tröstende Blick in meine Richtung machte mir klar, für dieses Hundeleben lohnt es sich die Hürden zu nehmen.Und so wendete ich mich an ortsansässige Hundeschulen, mit mäßigem Erfolg. Entweder wäre ich einen halben Kleinwagen an Kosten los geworden oder aber die vorgeschlagenen Trainingsmethoden fanden keine Übereinstimmung mit meiner Vorstellung eines gemeinsamen Zusammenlebens mit meinem Hund. Cara zog ununterbrochen an der Leine. Eine HuSchu hatte uns den Gebrauch eines Stachelhalsbandes gegen das Ziehen empfohlen, andere waren der Meinung das nur mit guten Leckerchen (die Cara zu diesem Zeitpunkt nicht angenommen hatte) eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewährleistet werden kann.

 Um es kurz zu machen, keine der mir gestellten Optionen war der richtige Weg für meine Cara oder für mich oder für uns beide.Kurzerhand begann ich mir selbst zu helfen und studierte Tierpsychologie bei der Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN) in der Schweiz und verstand meinen Hundvon Tag zu Tag besser. Wir begannen also unsere Bindung zu festigen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam zu lernen. Im Jahr 2013 trat ich dem ansässigen Hundesportverein (MV-Neukirchen Klingerhuf) bei um Cara die Angst vor fremden Menschen und anderen Hunden zu nehmen. Bereits ein halbes Jahr später spielte Cara das allererste Mal mit einem anderen Hund – die Tränen waren vorprogrammiert. Es tat einfach soo gut den Hund so aufblühen zu sehen. Gemeinsam haben wir unsere ersten Schritte im Flyball, Obedience und Agility gewagt und im Jahr 2015 die Begleithundeprüfung erfolgreich abgelegt. Ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass aus meiner Cara doch nochmal so ein selbstbewusster Hund wird.Natürlich gibt es das eine oder andere was ich gern noch erreicht hätte. Ich hätte zum beispiel gern erreicht, dass Cara gerne schwimmen geht (sie schwimmt allerdings nur wenn es wirklich sehr heiß draußen ist), sie apportiert mir alles wasich ihr auftrage jedoch ist das ein Job für sie und sie spielt überhaupt nicht gern...Außerdem hat Cara mit fortschreitendem Alter immer größere Probleme mit fremden Umgebungen. Wenn wir irgendwo sind wo sie sich nicht auskennt, speichelt sie sehr start und bekommt Durchfall – allerdings ist sie dennoch ansprechbar. Aber ich habe gelernt mich mit Dingen die ich nicht ändern kann, abzufinden und bin heute der Meinung, dass Cara ein zufriedener Hund ist.Mittlerweile ist Cara eine gesetzte Dame die das Leben doch etwas entspannter angeht. Aufgrund von grauen Star, Arthrose und Hüftgelenksdysplasie sowie Spondylose, befindet sie sich seit 3 Jahren in Agility Rente und nun auch schon seit einem Jahr in Obedience Rente. Sie mag einfach nicht mehr und ich habe dasso akzeptiert. Sie ist heute noch meine rechte Hand im Training mit Kundenhunden. Sei es schwer ängstlich oder hoch aggressiv. Cara strahlt so viel Souveränität und Ruhe aus, dass sie sich zu einer guten Rudelführerin entwickelt hat und alle Hunde (egal ob jung oder alt) ihr bedingungslos folgen. Es ist schon manchmal witzig anzusehen, dass meine Kundenhunde an Caras Gleichgültigkeit ihnen gegenüber schwer verzweifeln. Meine liebe Cara – Grund für meinen Beruf und meine Berufung, mein Seelentröster, meine olle Wutz, mein Fels in der Brandung wenn alles den Bach runter geht. Ich hoffe wir haben noch viele schöne Jahre vor uns <3